| Dieser Artikel behandelt die zunehmenden Betrügereien über Internet-Shops und ebay. |
Es häufen sich Betrugsfälle beim Kauf von Waren im Internet. Dabei ist die Nichtlieferung die bei weiten am häufigsten verwendete Masche.
Bei Internet-Auktionen sind zwei Maschen verbreitet:
| Die allererste, wichtigste Regel: Kaufen Sie niemals etwas bei einem Internet-Shop, von dem Sie eine unverlangt zugestellte Spam-Werbemail erhalten haben! |
In solchen Fällen sind diese Shops im besten Falle unseriös, meistens völlig überteuert (sonst bräuchten die keine Spam-Werbung!), im schlimmsten und leider häufigsten Fall regelrecht kriminell.
Wer beim Spammer kauft, muss immer damit rechnen, abgezockt zu werden.
Möglichst den Treuhandservice in Anspruch nehmen, vor allem bei teuren Waren.
Informationen zum Anbieter einholen. Bei ebay die Wortmeldungen anderer anschauen. Doch Vorsicht - diese können unter Umständen auch vom Anbieter selbst bzw. von Kumpanen getürkt worden sein. Misstrauisch sollten Sie vor allem dann sein, wenn der Anbieter noch relativ neu ist, und wenn er in der kurzen Zeit besonders viele überschwängliche Kommentare erhalten hat.
Besonders die rumänischen Internetbetrüger, die sich bei ebay und auf den Autoportalen herumtreiben, sind darauf spezialisiert, den Käufern falsche "Treuhandservices" anzubieten. Dabei werden gern einmal Webseiten des tatsächlich existierenden, seriösen Treuhandservice Escrow gefälscht, es werden Imitate ins Netz gestellt, auf denen aber natürlich nur das Geld abkassiert und kein "Treuhandservice" geboten wird. Oft werden auch frei erfundene Namen für diese angeblichen "Services" verwendet.
Näheres findet man auf der Webseite bei outbay.ch.
Das erste, was man bei einem Internetshop natürlich machen sollte, ist die Suche nach dem Impressum bzw. "Kontakt".
Ist erst gar keine solche Seite zu finden, wo Sie über den Anbieter informiert werden (und zwar mit ladungsfähiger Anschrift, nicht nur Postfach!), lassen Sie am besten gleich die Finger von dem Angebot. Dann handelt es sich mit hoher Sicherheit um einen Betrüger, der von Ihnen möglichst nicht gefunden werden will.
Dann ist die nächste Frage: wo sitzt der Anbieter?
Recherchieren Sie bei Google-Maps. Gibt es die Strasse überhaupt in der angegebenen Stadt? Bei einem deutschen Anbieter: werden die in Deutschland vorgeschriebenen Pflichtangaben im Impressum erfüllt? (Geschäftsführer, Steuernummer etc., bei GmbH: Registergericht)
Wenn er nicht in Deutschland sitzt, kann es für Sie im Streitfall leider sehr schwierig werden, Ihre Rechte geltend zu machen. Das gilt besonders dann, wenn nur eine obskure Postfachadresse angegeben wird. Und erst recht dann, wenn es offenbar eine Briefkastenfirma ist. Sehr beliebt ist hier z.B. ein angeblicher Firmensitz irgendwo in Übersee, z.B. auf den "Virgin Islands", oder auch eine "Limited"-Firma mit britischer Briefkastenadresse, typischerweise z.B. "69 Great Hampton Street" in Birmingham oder "95 Wilton Road" in London. Beides ganz typische Abzocker-Adressen. Sie kommen in solchen Fällen regelmäßig kaum an die Hintermänner heran.
Auch bei einem deutschen Anbieter sollten Sie aber immer z.B. mit einer Suchmaschine recherchieren, ob entweder unter dem Namen des Geschäftsführers oder unter dem Namen der Firma irgendwelche negativen Meldungen kommen.
Wenn Sie dort schon mit Meldungen über "Betrug", "Abzocke", Insolvenzen etc. fündig werden, wissen Sie schon gleich, woran Sie sind.
Leider gibt es eine zunehmende Zahl betrügerischer Internet-Shops, die unter scheinbar deutschen Adressen und mit deutschen ".de"-Webdomains betrieben werden. Die Internetseiten und Bankkonten werden mit falschen Ausweisen und Adressen eröffnet, die eingehenden Beträge innerhalb kürzester Zeit über nichtsahnende Helfer, sogenannte Mulis, gewaschen und anonym ins Ausland transferiert, wo eine Wiederbeschaffung in den meisten Fällen aussichtslos ist.
Daher sollten sich auch bei scheinbar deutschen Internet-Shops immer versuchen, bei Google herauszubekommen, ob es dort außer der Shop-Seite selbst Einträge zu dem Shop gibt. Ist der Shop noch ganz neu, werden Sie bei Google hierzu außer der Shop-Seite nichts finden. Ein Zeichen, dass der Shop noch ganz neu sein muss. Gerade dann sollten Sie besonders misstrauisch sein, wenn als Zahlungsart ausschließlich die Vorabüberweisung und keine Zahlung per Nachnahme angeboten wird. Beim geringsten Zweifel sollte gelten: Finger weg!
Jede Internetseite braucht eine sogenannte "Domain", das ist vereinfacht gesagt der Name der Webseite (z.B. "Antispam.de"). Diese Domain muss angemeldet werden, und zwar eigentlich mit gültigen persönlichen Daten des Webseitenbetreibers. Diese Daten können Sie online abfragen, z.B. auf der Seite:
Deutsche Domains (Endung auf ".de"):
Rechts oben ins Eingabefenster bei "Domainabfrage|whois" den Domainnamen (ohne .de) eingeben. Dann "Abfrage starten" klicken. Es erscheint ein Fenster: "Domain ist bereits vergeben", dort klicken Sie bei "Nutzungsbedingungen" auf "Akzeptieren". Dann müssen Sie noch ein Sicherheits-Captcha ausfüllen, dann erhalten Sie die Angaben. Prüfen Sie die Angaben auf Schlüssigkeit, ob sie z.B. mit den Angaben im Impressum übereinstimmen. Wichtig sind besonders die Angaben zum Domainbesitzer.
Internationale Domains (nicht ".de"):
Geben Sie ins Suchfenster den Domainnamen ein, aktivieren Sie den Haken bei "domain whois record", dann erhalten Sie die Angaben.
Sie werden am Anfang etwas Übung brauchen, um die Whois-Angaben zu durchschauen. Hellhörig sollten Sie immer dann werden, wenn Sie hier irgendwelche "Mickey-Maus"-Namen finden, die ganz offensichtlich frei erfunden wurden, oder Telefonnummern wie "+122233334444", oder nicht existierende Straßennamen (schauen Sie bei Google-Maps nach!). Ganz besonders verdächtig ist es, wenn die Namensangaben zum "Domain-Owner" mit einem "Whois-Protected"-Vermerk versehen sind. Dann will der Domainbesitzer seinen Namen nicht nennen, er will nicht gefunden werden.
Ist die Webseite allzu reißerisch aufgemacht? Erscheinen die Preise nicht vielleicht allzu verdächtig günstig? Gibt es eine vernünftige Beschreibung der Artikel?
Sehen Sie sich auch genau die "AGB" an (Allgemeine Geschäftsbedinungen). Prüfen Sie, ob Sie über das Widerrufsrecht belehrt werden. Prüfen Sie, ob die Informationspflichten erfüllt werden. Lesen Sie dazu auch den Artikel: Bestellungen im Internet.
Es gibt viele Preisvergleichs- und Testportale wie ciao.de, doyoo.de und andere, wo Sie eine Bewertung der Internet-Shops erhalten, sowie Erfahrungsberichte. Schauen Sie sich dort ganz genau das "Ranking" an. Einige wenige vereinzelte Fälle negativer Wortmeldungen können immer mal vorkommen und müssen nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein. Wenn sich aber solche Wortmeldungen häufen, z.B. über Lieferverzögerungen etc., sollten Sie hellhörig werden.
Ebenso misstrauisch sollten Sie sein, wenn der Anbieter noch offensichtlich ganz neu am Markt ist, und wenn dann in kurzer Zeit besonders viele überschwängliche Kommentare gepostet wurden. Die könnten auch vom Anbieter selbst oder von Freunden/Mitarbeitern dort hinein lanciert worden sein.
Wenn Sie sich nicht schlüssig über den Anbieter sind, dann gilt als Faustregel: im Zweifel Finger weg von dem Angebot, auch wenn es besonders günstig ist.
Es hilft Ihnen nämlich nichts, wenn Sie Vorauskasse geleistet haben, und wenn dann der Artikel zwar besonders billig war, Sie diesen jedoch niemals bekommen. Und wenn Sie dann feststellen müssen, dass der Anbieter soeben in Insolvenz gegangen ist. Dann ist es nämlich leider so, dass Sie fast nie Ihr Geld wiedersehen.
Beim Insolvenzverfahren werden nämlich aus der Konkursmasse zunächst mal die ausstehenden Sozialabgaben der Mitarbeiter bezahlt, danach kommen die Banken mit ihren Forderungen, danach kommen die ausstehenden Gehälter der Mitarbeiter dran. Nur, wenn dann noch was übrig bleiben sollte, sind Sie als kleiner Gläubiger an der Reihe, zusammen mit allen anderen Unglücklichen. Mit viel Glück bekommen Sie in solchen Fällen einen Teilbetrag wieder, nach langer Zeit und viel Ärger. Meistens bekommen Sie gar nichts.
Die allermeisten Anbieter von Webshops verlangen in der Regel Vorauskasse. Dies ist letztendlich auch verständlich, weil es leider eine große Zahl unangenehmer Zeitgenossen gibt, die bei Webshops munter drauflos bestellen, obwohl sie nicht daran denken, die Ware zu bezahlen. Gerade bei teuren Artikeln wie Digitalkameras, Notebooks etc. sichern sich daher die Händler dadurch ab, dass sie Vorausüberweisung oder Kreditkartenzahlung verlangen.
Einige Händler werden Ihnen eine Zahlung per Nachname anbieten. Falls dies möglich ist: nutzen Sie dies. Sollte die Ware aus irgendeinem Grund nicht eintreffen, haben Sie nichts verloren.
Wann immer ein angeblicher "Internet-Shop" von Ihnen die Bezahlung von Waren über einen anonymen Zahlungsdienstleister (hauptsächlich Western Union, seltener MoneyGram) verlangt, sollten bei Ihnen alle Alarmglocken klingeln. Denn bei diesen Zahlungsdienstleistern ist es leider so, dass der Empfänger der Zahlung im Nachhinein nie mehr zu ermitteln sein wird.
Der Empfänger kann das Geld grundsätzlich weltweit bei einem der vielen Agenten dieser Zahlungsdienstleister abholen. Wenn er dann einen falschen Ausweis zeigt, wird niemand mehr ermitteln können, an wen das Geld gegangen ist!
Internet-Shops oder auch andere Dienstleister im Internet, die von Ihnen eine Bezahlung über Western Union oder MoneyGram verlangen, sind so gut wie immer kriminell!
Wenn der geringste Verdacht entsteht: halten Sie verbleibende Zahlungen zurück.
Holen Sie sofort Rechtsberatung ein.
Erstatten Sie Strafanzeige wegen Betrugs.
Empfehlenswert ist auch eine Internetrecherche, z.B. im Forum bei Computerbetrug.de.
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19:50, 1. Aug 2009 (CEST)